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Letzte Aktualisierung:
03.09.2010


 
Fragen und Antworten


Fragen und Antworten zum Mammographie-Screening (Reihenuntersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung)

Was ist Mammographie-Screening?
Welche Frauen können teilnehmen?
Welchen Nutzen haben die Teilnehmerinnen?
Nutzen für alle Frauen:
Wie sicher ist das Screening?
Wie hoch ist die Strahlenbelastung?
Was erwartet Sie beim Mammographie-Screening?
Wie erhalten Sie das Ergebnis?
Was geschieht mit Ihren Daten?
Was passiert bei einer auffälligen Mammographie?
Worauf müssen Sie achten?
Warum Mammographie-Screening?
Wie steht es um die Krebsursachen und die Risiken?
Die Qualitätssicherung im Mammographie-Screening



Was ist Mammographie-Screening?

Unter Mammographie-Screening wird ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs verstanden. Dabei werden alle zwei Jahre Röntgenaufnahmen der Brust (Mammographien) erstellt. Dadurch können sehr kleine Krebsherde frühzeitig erkannt werden, die weder die Frau selber noch ihre Ärztin oder ihr Arzt ertasten können.



Welche Frauen können teilnehmen?

Das Programm zum Mammographie-Screening wendet sich ausschließlich an Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Sie werden alle zwei Jahre zu einer Mammographie eingeladen. Die Teilnahme am Screening ist freiwillig.

Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen und den privaten Krankenversicherungen (falls nicht ein Selbstbehalt zum Tragen kommt) übernommen.

Eine Überweisung ist nicht nötig. Auch entfällt für gesetzlich Versicherte die Praxisgebühr.



Welchen Nutzen haben die Teilnehmerinnen?

- Die Mitteilung, bei unauffälliger Mammographie, dass zur Zeit kein Brustkrebs vorliegt der mammographisch erkennbar ist.

- Die Chance, dass einer von drei vorzeitigen Todesfällen an Brustkrebs vermieden werden kann. 

- Die Möglichkeit, dass der Brustkrebs durch eine frühzeitige Entdeckung wesentlich schonender behandelt werden kann, z.B. eine Erhaltung der Brust meistens möglich ist.


Nutzen für alle Frauen:

- Einige der Qualitätssicherungsmassnahmen des Mammographie-Screenings wurden auch für die sogenannte kurative Mammographie (also die Mammographien die in radiologischen und gynäkologischen Praxen durchgeführt werden) eingeführt und haben somit für alle Frauen zu einer qualitativ besseren Versorgung geführt.



Wie sicher ist das Screening?

Mammographie-Screening ist Früherkennung und keine Vorsorge. Das bedeutet: die Krankheit kann nicht verhindert werden, es besteht jedoch die Möglichkeit die Krankheit in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Die Mammographie ist zwar derzeit die beste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs, aber sie bietet dennoch keine vollkommene Sicherheit, weil nicht alle Tumore aufgespürt werden können. Daher sollte bei Beschwerden oder tastbaren Knoten auf jeden Fall ein Arzt/Ärztin aufgesucht werden.


Wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Die mit der Mammographie verbundene Strahlenbelastung ist äußerst gering. Der Nutzen der Untersuchung ist um ein Vielfaches höher einzustufen als das Risiko, dass durch die verabreichten Strahlen ein Krebs ausgelöst wird.

Die effektive Dosis der bei der Mammographie angewendeten Strahlen beträgt 0,2-0,3 mSv, das entspricht 1/10 der mittleren natürlichen jährlichen Strahlung in Deutschland (2,4 mSv).


Vergleichbar ist die Strahlenbelastung mit der Vergiftungsgefahr wenn man 3 Tage New Yorker Luft einatmet oder der Unfallgefahr wenn man 400 km mit dem Auto fährt.



Was erwartet Sie beim Mammographie-Screening?

Beim Termin

Eine Mitarbeiterin nimmt Sie in Empfang und gibt Ihnen einen Fragebogen in dem Sie über eventuelle Beschwerden oder Brusterkrankungen befragt werden. Sie steht Ihnen für Fragen zur Verfügung.

Die medizinisch technische Assisstentin erklärt Ihnen dann kurz den Ablauf der Untersuchung und steht selbstverständlich auch für Fragen zur Verfügung. Die Aufnahmen selbst dauern nur wenige Minuten. Dabei wird jede Brust auf einer Plexiglasplatte ausgebreitet und behutsam von einer darüber liegenden Platte zusammengedrückt. Dieser Druck ist notwendig, weil nur so optimale Bilder mit der niedrigstmöglichen Strahlendosis erzielt werden. Es werden jeweils zwei Aufnahmen von jeder Brust angefertigt.



Wie erhalten Sie das Ergebnis?

Jede Frau erhält das Untersuchungsergebnis innerhalb von maximal zwei Wochen in einem Brief. Bei etwa 95 % aller Frauen ist die Mammographie unauffällig. Diesen Frauen wird mitgeteilt, dass sie in zwei Jahren wieder zur Mammographie eingeladen werden. Weniger als fünf Prozent der teilnehmenden Frauen haben auffällige Befunde, die mit ergänzenden Untersuchungen, wie Ultraschall,ergänzenden Röntgenaufnahmen sowie ggfs. minimal invasiven Biopsiemethoden, weiter abgeklärt werden müssen.


Was geschieht mit Ihren Daten?

Die Adressen für die Einladung zur Mammographie werden den Zentralen Stellen, welche die Einladungen verschicken, von den Einwohnermeldeämtern zur Verfügung gestellt. Für die Einladung, Auswertung und Sicherstellung der Qualität der Untersuchung ist eine Speicherung der Daten erforderlich. Eine dauerhafte Speicherung Ihrer Daten erfolgt jedoch nicht.
Um die Qualität und die Wirksamkeit des Screeningprogrammes zu beurteilen, wird in regelmäßigen Abständen ein Vergleich mit dem Krebsregister durchgeführt. Mit den Daten wird sehr sorgfältig umgegangen - unter Beachtung der Datenschutzgesetze. Die Regeln für den Umgang mit den Daten sind mit den zuständigen Datenschützern abgestimmt.



Was passiert bei einer auffälligen Mammographie?

Während der Abklärungsdiagnostik kann der auffällige Befund normalerweise bei einem einmaligen Besuch geklärt werden:

Ärztliches Gespräch
Die/der programmverantwortliche Ärztin/Arzt bespricht mit Ihnen den mammographisch auffälligen Befund sowie die weiteren Diagnoseschritte. Die ergänzenden Untersuchungen sind folgende:

Tastuntersuchung
Die Ärztin oder der Arzt tastet Ihre Brust ab.

Ultraschall
Diese Untersuchung stellt das Brustgewebe auf andere Weise dar. Insbesondere kann der Ultraschall harmlose flüssigkeitsgefüllte Zysten von echten Knoten unterscheiden helfen. Dadurch lässt sich die Auffälligkeit in der Mammographie oft schon klären.

Zusatzaufnahmen
Bei einigen Frauen mit auffälliger Mammographie müssen zusätzliche Röntgenaufnahmen der Brust angefertigt werden. Damit lassen sich gezielt Gewebsbezirke genauer oder vergrößert darstellen.

Ergebnis
Nach Abschluss dieser Untersuchungen kann bei vielen Frauen ein Krebsverdacht ausgeschlossen werden. Bei weiter unklarem Befund ist hingegen eine Gewebeprobe (Biopsie) zur endgültigen Klärung erforderlich.

Biopsie
Darunter versteht man die Gewebeentnahme für eine mikroskopische Untersuchung. Dabei werden nach örtlicher Betäubung mit einem Stanzbiopsiegerät kleine Gewebestücke aus dem auffälligen Bezirk der Brust entnommen und anschließend von speziell qualifizierten Pathologen untersucht.

Das Ergebnis liegt nach zwei Tagen vor und wird in Ihnen in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt.



Worauf müssen Sie achten?

Das Screening mittels Mammographie kann zwar die allermeisten, aber doch nicht jeden einzelnen Krebs aufspüren. Deshalb sollten Sie während des zweijährigen Intervalles zwischen zwei Mammographien auf Veränderungen Ihrer Brust selbst achten. Dazu gehören:

- Äußerlich sichtbare Verformungen der Brust
- Tastbare Knoten
- Dellen oder Verhärtungen der Haut
- Eine eingezogene Brustwarze
- Hautveränderungen an der Brustwarze
- Blutungen oder andere flüssige Absonderungen aus der Brustwarze

Wenn solche Veränderungen auftreten, suchen Sie bitte umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.



Warum Mammographie-Screening?

Bei Frauen zwischen 50 bis 69 Jahren ist Brustkrebs die häufigste Todesursache. Gleichzeitig ist die Mammographie bei dieser Altersgruppe besonders wirkungsvoll, weil sich Krebsherde in der Regel mammographisch gut erkennen lassen. In Deutschland erkranken jedes Jahr ungefähr 57.000 Frauen an Brustkrebs; 18.000 sterben daran. Mindestens 3.000 Frauen könnten mit dem flächendeckenden, qualitätsgesicherten Programm (bei hoher Teilnahmequote) gerettet werden, d.h. diese Frauen müssten nicht sterben! Gleichzeitig könnten viel mehr Frauen als bisher brusterhaltend operiert werden da Tumore in sehr frühem Stadium, also sehr klein, entdeckt werden können.



Wie steht es um die Krebsursachen und die Risiken?

Über die Ursachen von Brustkrebs ist wenig bekannt. Lediglich in etwa 5% der Fälle liegt eine erbliche Belastung mit dem sogenannten Brustkrebsgen vor. Gesichert ist nur: Mit dem Lebensalter nimmt die Häufigkeit der Erkrankung kontinuierlich zu. 70% aller Frauen, die an Brustkrebs erkranken, weisen keine Risikofaktoren auf. Jede Frau (sehr selten auch Männer) könnte an Brustkrebs erkranken.

Die Grenzen des Screenings:

- Tumore, die zwischen den Screening-Untersuchungen auftreten

Es muss damit gerechnet werden, dass auch in den zwei Jahren zwischen den Mammographien Tumore auftreten. Deshalb sollten Sie weiterhin auf verdächtige Veränderungen Ihrer Brust selbst achten. Wenn solche Veränderungen auftreten, suchen Sie bitte umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.

- Mammographie-Screening kann nicht alle Brustkrebs-Todesfälle verhindern

Bei manchen Frauen ist der Krankheitsverlauf trotz Teilnahme am Screening nicht aufzuhalten. In diesem Fall wird die Krebsdiagnose früher gestellt und die betroffene Frau wird länger mit dem Wissen um die Krankheit leben müssen.

- Entdeckung vonTumoren, die keine Bedrohung darstellen

In einigen seltenen Fällen werden Krebsvorstufen mittels Screening-Mammographie aufgespürt, die der betroffenen Frau möglicherweise nie ein Problem bereitet hätten.



Die Qualitätssicherung im Mammographie-Screening

Mammographie-Screening bedeutet vor allem Qualität. Die Qualitätssicherungsmassnahmen werden nach den Europäischen Leitlinien durchgeführt. Zu den hohen Qualitätsanforderungen, die zu erfüllen sind, gehört unter anderem:
  • Alle eingesetzten Geräte werden täglich von einem Physiker überprüft und erst dann für die Untersuchungen freigegeben.
  • Alle Röntgenassistentinnen haben ein intensives Training hinter sich und spezielle Kurse absolviert.
  • Jede(r) Screening-Ärztin/Arzt muss besondere Qualifikationen nachweisen und sich ständig weiter fortbilden. Die Ärzte, die Screeningmammographien beurteilen, müssen Aufnahmen von mindestens 5.000 Frauen pro Jahr befunden.
  • Jede Mammographie-Aufnahme wird von zwei speziell geschulten Ärzten unabhängig voneinander beurteilt.
  • Auffälligkeiten werden von den befundeneden Ärzten gemeinsam mit den Programmverantwortlichen Ärzten besprochen wie auch das weitere diagnostische Vorgehen.
  • Regelmäßige Teambesprechungen zwischen den Programmverantwortlichen Ärzten und den medizinischen Fachkräften sind vorgeschrieben und werden durchgeführt.
  • Damit die hohen Qualitätsanforderungen auch erfüllt werden können, werden die regionalen Screening-Einheiten bei der Qualitätssicherung durch übergeordnete Einrichtungen, die Referenzzentren, unterstützt und in regelmäßigen Abständen kontrolliert.
  • Alle Ergebnisse des Screening-Programms werden erfasst und ausgewertet.
Die Qualität dient dazu, die Ziele des Mammographie-Screenings zu erreichen:
  • Tumore im Frühstadium zu entdecken,
  • im Falle einer Krebskrankheit die Frau besser und schonender behandeln zu können und ihre Überlebenschancen zu verbessern,
  • die Sterblichkeitsrate an Brustkrebs in der Altersgruppe der 50 bis 69jährigen Frauen zu senken




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